10.04.2014

Pass Age/ Analoge animierte Fotografie/ SW 05:14 min/ 4:3/ 2008

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In langsamen sphärischen Bewegungen von Details und Ausschnitten wird die Dekonstruktion eines Bildes zur visuellen Grundlage der Arbeit. Der Versuch einer Rekonstruktion, wie jene der Erinnerung, wird unternommen. Die einzelnen Fragmente wiederum erzählen visuell ihre eigene Geschichte. Auf der Tonebene “hört” man das eigentlich “Sichtbare” der Fotografie. In der Entfremdung vom ursprünglichen Motiv, in der Distanz und Abstraktion, liegt die eigentliche Nähe. Im Detail wird eine eigenständige Bedeutung erzeugt, die Einblicke in eine andere fremde Welt gewährt. Diese beginnt sich langsam dem Betrachter zu öffnen. Das Video basiert auf einem alten Familienfoto um 1930. Ebenso, wie das Bild seine Herkunft verbirgt, indem es einen Moment der Vergangenheit, der unwiderruflich ist, als Motiv, als Dokument und Zeugnis seines eigenen “Todes”, sein Abbild einer Zeit danach überlässt, gibt es vor etwas zu sein, was es nicht ist. Der Text im Voiceover ist angelehnt an Georges Didi-Hubermans “Phasmes“.
Auszug aus “Phasmes“:
Vollkommen disparate, nur in ihrem “blitzhaften Zusammentreten“ (Walter Benjamin) einander ähnliche Erscheinungen liefern der Ausgangspunkt für Didi-Hubermans Überlegungen. Er kreist seine, zunächst ganz nebensächlich erscheinenden Gegenstände ein, bringt sie dem Leser in erzählerischer Weise nah, löst anfangs gemachte, höchst fragwürdig erscheinende Aussagen auf und führt so auf einem mit Bezügen zu Psychoanalyse, Philosophie, Literatur reich gepflasterten Weg zum Kern seines Gedankens. Das in seiner Beiläufigkeit surrealistischen Bildfindungen ähnliche Prinzip dieser Essays folgt keiner rationalen logischen Konsequenz, sondern in Anlehnung an die Freudschen Bilderrätsel traumhaften Bezügen.